
Schreibübungen
Zum Entspannen, Warmschreiben und Reflektieren
Diese drei kreativen Schreibübungen helfen ins Schreiben zu kommen, beim Abschalten und sich selbst besser zu verstehen.
Die Übungen eignen sich für Anfänger:innen genauso wie für erfahrene Schreibende. Seit einigen Jahren bringen sie mein Schreiben immer wieder in Bewegung oder auch mich selbst durch das Schreiben.
1. Freies Schreiben
Schnapp dir dein Notizbuch und deinen Lieblingsstift. Stell dir dann einen Timer auf 7 Minuten (oder 3 oder 5 oder 10 – Hauptsache, du legst los).
Während der Timer läuft, schreibst du einfach. Du überlegst nicht. Du korrigierst nicht. Du folgst einfach dem Strom deiner Gedanken, auch wenn sie erst einmal keinen Sinn zu ergeben scheinen. Du hörst dabei nie auf zu schreiben. Und wenn du nicht weißt, was du schreiben sollst, beginne mit: »Ich weiß nicht, was ich schreiben soll …«
Diese Übung macht locker und hilft gegen Perfektionismus.
Manchmal entstehen auch Ideen für weitere Texte. Oder insbesondere bei mir: spannende Erkenntnisse. Du kannst dir im Anschluss oder auch ein paar Tage später die Textstellen markieren, die du besonders spannend, inspirierend oder erfreulich findest.
2. Tagebuch schreiben
Eine ideale Übung vor dem zu Bett gehen oder auch während der Nacht. Nimm dir dein Notizbuch und sortiere deine Gedanken auf Papier. Aufschreiben ist oft gleichbedeutend mit Loslassen.
Eine Sonderform von Tagebuch schreiben ist „Ein guter Tag“. Dabei schreibst du zum einen, wofür du heute dankbar bist und zum anderen, was du heute gut gemacht hast. Hatte ein Tag ein besonderes Highlight, also etwas, wofür du besonders dankbar bist, dann markiere es. So hast du beim erneuten Durchblättern deines Buches eine schöne Übersicht des Glücks. An manchen Tagen ist es sehr heilsam, diese Textpassagen durchzuschauen und dich an diese Momente noch mal zu erinnern. Nicht jeden Tag oder jede Woche gibt es ein Highlight, aber auch die kleinen, feinen Momente, wie ein wohl schmeckender Morgenkaffee oder ein schöner Sternenhimmel, sind Momente des Glücks.
Bei „Das habe ich gut gemacht“ geht es um Selbstwertschätzung. Oft sind wir nämlich viel zu kritisch mit uns selbst und übersehen, was wir eigentlich alles geleistet haben. Und mit geleistet sind nicht nur große Erfolge gemeint, sondern auch scheinbare Kleinigkeiten.
Bist du über deinen Schatten gesprungen? Hast du jemandem geholfen oder eine Freude bereitet? Oder dir einfach einen besonders schönen Abend gemacht?
Schreib alles auf!
3. Mit allen Sinnen schreiben
Beschreibe eine Szene oder das, was du gerade erlebst. Gehe dabei auf alle Sinne ein (Sehen, Hören, Riechen, Fühlen, Schmecken). Frag dich: Was kann ich (bzw. meine Hauptfigur) gerade wahrnehmen? Was können die Sinne für Erinnerungen oder Wünsche wachrufen?
Der Beginn könnte sein … hier ein paar Inspirationen:
- Ein Geräusch, das ich (mit geschlossenen Augen) höre.
- Mein Körperteil (z.B. linker Arm etc.) fühlt sich … an.
- Der Geruch des Gewürzes erinnert mich an den Geruch … (z.B. meiner Kindheit, an den Ausflug XY etc.).
- Der Geschmack des Getränks …
- Ich sehe kirschrot (eine Farbe).
- Die Kleidung, die ich trage fühlt sich … an. Das Kleidungsstück hat eine Geschichte.
Erinnerst du dich an einen Moment, in dem Schreiben etwas in dir verändert oder etwas bewegt hat?
Zum Beispiel in dem Schreiben in dir Klarheit, Ideen oder Ruhe ausgelöst haben?
Wann hat dir Schreiben zuletzt gutgetan?
Welche Erfahrungen hast du mit Schreiben gemacht?
Teile deine Gedanken auch gerne in den Kommentaren oder direkt an mich. Ich freue mich auf Austausch, geteilte Erfahrungen und neue Impulse.
Liebe Doris,
sehr schöne Gedanken und Ideen, um mit Schreiben zu beginnen. Vielen Dank, dass du diese teilst … Hatte heute auch schon ein kleinen feinen Moment, denn ich gerne mit dir teilen möchte: ich habe einer Frau mit Kind die Tür aufgehalten und habe dabei ein Lächeln, gefolgt von einem Danke (Überraschung; auch vom Kind!) geerntet! Ich sehe es als selbstverständlich an, scheinbar ist es das aber nicht.
Jetzt schenke ich dir ein Lächeln 🙂 Alles Liebe, Ulrike